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Blickdiagnosen Dermatologie

25.11.2021

elsevier / Urban & FischerIn ihrem handlichen Ringbuch „Blickdiagnosen Dermatologie" stellen die Mediziner Maurice Moelleken und Joachim Dissemond im Überblick „die 133 wichtigsten dermatologischen Krankheitsbilder" vor und liefern damit ein fundiertes Nachschlagewerk, das mit „über 600 Fotos" aus der universitäts-klinischen Praxis strukturiert dazu beiträgt, sich über verschiedenste dermatologische Erkrankungen informieren und zwischen diesen unterscheiden zu können.

Primär richtet sich diese Neuerscheinung - laut der Autoren - an Studierende, Assistenzärzte und -ärztinnen in Weiterbildung und Allgemeinmediziner und -medizinerinnen in der hausärztlichen Versorgung, weil gerade die Dermatologie vielfältigste Erkrankungsbilder umfasst und damit aus interdisziplinärer Sicht verschiedenste Überlappungen mit weiteren medizinischen Bereichen aufweist, beispielsweise aus den Bereichen der „Venerologie, Phlebologie, Allergologie, Infektiologie, Lymphologie, Proktologie und Andrologie", ebenso im Zusammenhang mit Autoimmunerkrankungen, onkologischen Erkrankungen und Wunden. In hausärztlichen Praxen beispielsweise sollen aktuell „circa 15 %" der Patienten und Patientinnen „wegen dermatologischer Veränderungen vorstellig werden," so die Autoren. Dies verdeutlicht den „hohen Stellenwert" einer ersten „visuellen Einschätzung" vor Ort, um ggf. über weitere notwendige diagnostische Wege adäquat entscheiden zu können.

Auch chronisch Hauterkrankte werden im Laufe ihres Lebens immer wieder vor neue herausfordernde dermatologische Fragen gestellt. Ist eine grundlegende chronische Hauterkrankung wie Vitiligo diagnostiziert worden, treten in diesem Zusammenhang „Primäreffloreszenzen" auf; damit sind Veränderungen der eigenen Haut gemeint, die im Zusammenhang eben ihrer chronischen Hauterkrankung stehen. Daneben sind jedoch auch „Sekundäreffloreszenzen" möglich, was Veränderungen der eigenen Haut beschreibt, die auf „sekundäre Krankheitsprozesse" und / oder „Manipulation" der Primäreffloreszenzen zurückgehen. Und genau an dieser Stelle erweist sich das vorliegende Buch als hervorragender erster Begleiter für die Betroffenen. Denn natürlich können bei Vorliegen einer chronischen Hauterkrankung wie Vitiligo auch Infektionen durch Viren, Bakterien oder Pilze eine weitere Rolle spielen; für Laien wirken die Symptome auf der Haut auf den ersten Blick wahrscheinlich sehr ähnlich, doch bemerken auch diese in der Regel leichte Abweichungen in den Symptomen, die Form, Farbe und Verteilung der Hautveränderungen betreffen. Im Fachjargon wird in diesem Zusammenhang von Differentialdiagnosen gesprochen, die eine Unterscheidung unter den verschiedenen dermatologischen Krankheitsbildern möglich machen.
Differentialdiagnostisch grenzt man die Vitiligo als Pigmentstörung von „Pityriasis (versicolor) alba, Piebaldismus, Lichen sclerosus et atrophicans" ab. Jedoch sind natürlich auch weitere Hauterkrankungen möglich.
Ein besonderes Augenmerk wird im vorliegenden Buch auch auf Tumore der Haut gelegt, da in diesem Zusammenhang der Früherkennung eine lebensrettende Funktion zukommt.

Gerade in Zeiten, in denen es eine Herausforderung darstellen kann, zeitnah einen dermatologischen Arzt-Termin zu erhalten, wenn aktuelle Hautveränderungen in das Zentrum unserer Aufmerksamkeit gelangen, stellt das vorliegende Buch ein wunderbares strukturiertes Nachschlagewerk dar, das selbst Laien erste Hinweise darüber geben kann, ob es sich um eine Verschlechterung der bekannten chronischen Hauterkrankung oder eine weitere Erkrankung handeln könnte.

Rezension: Sophie von Streben

„133 wichtigsten dermatologischen Krankheitsbilder"
von Dr. Maurice Moelleken und Prof. Dr. Joachim Dissemond
Elsevier Verlag, München, 1. Auflage, 2021
ISBN 978-3-437-41817-4
https://shop.elsevier.de/catalogsearch/result/?product_kind=&q=blickdiagnose+dermatologie





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